Die Geschichte der Obermühle

Geschichte
Arbeiter der Knopffabrik um 1920, Heimatmuseum Kautzen

Die Geschichte der Obermühle bevor wir sie entdeckten:

 

Eine kleine Getreidemühle im 16. Jahrhundert wird Ende des 19. Jahrhunderts zur Textilfabrik und erlebt bis in die 1980er Jahre eine turbulente Geschichte. Eine Zusammenfassung nach Erzählungen ehemaliger Arbeiter und Bewohner, gesammelt von Barbara Gabler (Gründerin des Wollwerks, lebte und arbeitete in der Obermühle von 1989-1998)

 

In der Obermühle wurde ursprünglich Getreide für die umliegenden Bauern gemahlen, was bereits in Aufzeichnungen aus dem 16.Jahrhundert erwähnt wurde. Es gab auch eine Wirtsstube, in der die Kunden gewartet haben bis das Getreide fertig gemahlen war. Später dürfte die Obermühle nur noch Wirtshaus gewesen sein, bis sich schließlich 1890 die erste Textilfabrik hier ansiedelte.

 

Bis 1908 war sie Standort der mechanischen Weberei Oser, dann wurden einige Gebäude neu errichtet um Platz für die Knopffabrik zu schaffen, die von 1909 bis 1926 hier ansässig war, dann aber nach Rußland verkauft wurde. Um dort die Produktion wieder aufzubauen, kamen damals viele Arbeiter aus der Umgebung als „Gastarbeiter“ ins Ausland und hatten nach Ihrer Rückkehr sicher viel zu erzählen.  Die aus Steinnuß gedrechselten Knöpfe (siehe auch Heimatmuseum Kautzen) wurden auch gefärbt und waren damals sehr begehrt, da es ja noch keine bunten Knöpfe aus Kunststoff gab.

 

Danach kam wieder eine Weberei, die wiener Firma Johann Garber&Sohn erzeugte hier Frottierwaren und beschäftigte bis zu 50 Personen.  Leider erlitt die Familie Garber auf Grund ihrer jüdischen Abstammung während des Nazi-Regimes ein tragisches Schicksal, worüber wir jedoch nichts genaues erfahren konnten. Der sehr solidarische Geschäftsführer wurde damals – so erzählt man sich - über dem Bewahren der Firmenunterlagen für die Rückkehr seines Chefs verrückt .

Die beiden Töchter waren glücklicherweise rechtzeitig nach England geflohen und erbten nach dem Krieg die Fabrik. Da sie verständlicherweise nicht mehr nach Österreich zurück wollten, wurde die Produktion dann von einem sehr tüchtigen Geschäftsführer erfolgreich geleitet. Aus den Geschäftsunterlagen geht hervor dass unter anderem auch die königlich britische Marine beliefert wurde.

 

Nach seiner Pensionierung ging es bergab - innerhalb der 80er Jahre gab es 2 oder 3 Konkurse und das Gebäude stand dann für längere Zeiten leer bis es von uns endeckt und weder in Betrieb genommen wurde. 

 

 

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